Warum Renault bei der Entwicklung von E-Fahrzeugen mit der Feuerwehr zusammenarbeitet

NEWS / 20.07.2021

Warum Renault bei der Entwicklung von E-Fahrzeugen mit der Feuerwehr zusammenarbeitet

Bereits 2010 ging die Renault Group eine einzigartige Kooperation mit der Feuerwehr zur Verbesserung der Sicherheit ein. Damit sind die Franzosen der weltweit einzige Automobilhersteller, der bereits bei der Fahrzeugentwicklung Hand in Hand mit den Rettungskräften zusammenarbeitet.

Text: Rafael Künzle

 

Feuerwehrmänner in voller Ausrüstung und bereit für ihren nächsten Einsatz sind im Technical Centre der Renault Group in Lardy (FR) oder im Technocentre in Guyancourt (FR) kein seltener Anblick. Dabei droht für einmal kein Feuer, die «Pompiers» absolvieren lediglich Übungseinsätze. Seit 2010 unterhalten der Automobilhersteller und die Feuerwehr eine Kooperation, um den Rettungsprofis ihre Arbeit bei Verkehrsunfällen zu erleichtern.


Die Experten für tertiäre Sicherheit aus der Entwicklungsabteilung der Renault Group veranstalten regelmässig Trainings zur Rettung von Fahrzeuginsassen, um den Feuerwehren realitätsnahe Simulationen entsprechender Einsätze an neuen Modellen bereits vor deren Markstart zu ermöglichen. „Meine Aufgabe besteht hauptsächlich darin, bereits während der ersten Entwicklungsphasen eines neuen Modells eng mit den Ingenieuren zusammenzuarbeiten und ihnen zu vermitteln, welche Anforderungen ein Fahrzeug aus Sicht der Rettungskräfte erfüllen sollte. Wir Feuerwehrleute profitieren gleichzeitig von diesem Austausch, weil wir dadurch über die technischen Errungenschaften, aber auch Einschränkungen im Bilde sind, die im Fahrzeugdesign eine Rolle spielen. Das hilft uns, unsere Rettungsmethoden noch effizienter und zielgerichteter zu entwickeln“, sagt Christophe Lenglos, Lieutenant-Colonel bei der Feuerwehr des Departments Yvelines und Teil der Entwicklungsabteilung der Renault Group.

 

Die Experten für passive Sicherheit in Lardy bieten mit ihrer umfangreichen Sammlung verunfallter Fahrzeuge beste Testvoraussetzungen. „Die Renault Group lässt die Feuerwehren an unseren Entwicklungs-Prototypen trainieren, sodass sie sich mit den modernsten Technologien und Designs vertraut machen können“, erklärt Claire Petit-Boulanger, Expertin für tertiäre Sicherheit bei der Renault Group. „Pro Jahr kommen so rund 500 Fahrzeuge der jüngsten Generation zum Einsatz, um die Insassenbergung und andere Rettungsmassnahmen zu optimieren.“

 

In der jüngeren Vergangenheit rückte im Rahmen der Kooperation verstärkt das Thema elektrifizierte Fahrzeuge in den Fokus. Diese halten für Feuerwehren und Ersthelfer besondere Herausforderungen bereit, die bei Rettungsmassnahmen zu berücksichtigen sind.

 

„Durch die Erfahrungen, die die Renault Group bereits seit mehr als zehn Jahren mit elektrifizierten Fahrzeugen und der chemischen Zusammensetzung ihrer Batterien sammelt, konnten wir gezielt Rettungsmassnahmen entwickeln, die auf diese Art Fahrzeug abgestimmt sind“, sagt Christophe Lenglos.

 

Die Kooperation zahlt sich für alle Beteiligten aus. Auf Seiten der Renault Group führte sie beispielsweise zu zwei innovativen Lösungen, die die Reaktionszeiten der Rettungskräfte deutlich verkürzen helfen. So erlaubt der „Feuerwehr-Zugang“ in allen elektrifizierten Renault und Dacia Modellen den direkten Zugriff auf eine brennende Hochvolt-Batterie. Dadurch kann Wasser direkt ins Batterieinnere gepumpt werden und ein Feuer dort in nur fünf Minuten statt wie sonst bis zu drei Stunden gelöscht werden.

 

Die zweite Innovation ist ein QR-Code. Auf die Windschutzscheibe geklebt, können die Rettungskräfte diesen scannen und so die für ihre Massnahmen relevanten technischen Daten abrufen, so wie sie es sonst von den modellspezifischen Rettungsdatenblättern kennen. Der prominent platzierte und somit gut zu erkennende QR-Code ermöglicht den Rettungskräften sofort nach ihrer Ankunft am Unfallort zu erkennen, ob es sich um ein E-Auto, ein Hybrid-Fahrzeug oder ein Plug-in-Hybrid handelt.

 

Darüber hinaus können sie sich dank des Codes in kürzester Zeit einen Überblick über die Fahrzeugarchitektur verschaffen – insbesondere über die Positionen der Batterie und der Airbags sowie über die idealen Ansatzpunkte für das Aufschneiden der Karosserie. Dank solcher Informationen lässt sich die Zeit für das Bergen einer Person aus dem Fahrzeug um bis zu 15 Minuten verkürzen. Ursprünglich von der Renault Group entwickelt, haben die Rettungsdatenblätter zur Verbesserung der allgemeinen Verkehrssicherheit beigetragen. Unter anderem gehören sie jetzt zum Anforderungskatalog für die Euro NCAP-Bewertung. Die QR-Codes werden ab spätestens 2022 serienmässig auf allen Neufahrzeugen der Renault Group in Europa zu finden sein.

 

Auch die Schweizer Feuerwehr macht mit: Angesichts der positiven Erfahrungen mit der Kooperation hat sich Renault dazu entschlossen, die Zusammenarbeit mit Feuerwehren und Rettungskräften weiter auszubauen. So haben nicht nur Feuerwehren aus ganz Frankreich ihr Interesse an Trainings bekundet. Auch Feuerwehren aus anderen Ländern (u.a. Finnland, Italien, Kanada, Kolumbien, Kroatien, Portugal, Schweiz und Slowenien) möchten ihre Fähigkeiten in diesem Bereich verbessern und wertvolle Kenntnisse über die neusten Entwicklungen in der Automobilindustrie gewinnen.

 

Um die Effizienz und Qualität dieser Trainings weiter zu verbessern, setzt die Entwicklungsabteilung der Renault Group vermehrt auch modernste Digitalsimulationen und Virtual-Reality-Tools ein. Die Fahrzeugentwickler wollen damit den Feuerwehren die Möglichkeit bieten, mit VR-Simulationen, die die bei einem Unfall auftretenden strukturellen Deformationen eines Fahrzeugs präzise wiedergeben, bereits an künftigen Modellgenerationen trainieren zu können. Diese Methode ergänzt sich perfekt mit den Übungen an realen Fahrzeugen. Denn auch hier gilt: Jede Sekunde zählt!

 

www.renault.ch

22.08.2024

BMW i5 Touring: Bayrischer Starkstrom-Kombi!

BMW treibt die Elektrifizierung seiner Modelle rasant voran. Jetzt bieten die Bayern auch in der oberen Mittelklasse mit dem i5 Touring eine vollelektrische Kombi-Variante an. Wir sind den Starkstrom-Kombi bereits gefahren.

08.08.2024

Peugeot e-308 SW: Löwen-Kombi auf Strom

Der aktuelle Peugeot 308 ist seit gut zwei Jahren auf dem Markt. Jetzt gibt es den französischen Golf auch als Vollelektriker. electricWOW hat die Kombiversion e-308 SW getestet.

 

02.08.2024

Dauertest Zwischenbericht VW ID.7: Die fast perfekte Reiselimousine

Knapp 10'000 km haben wir mit dem VW ID.7 in diesem Sommer zurückgelegt. Kurzfazit: Selbst Elektro-Kritiker in der aboutFLEET-Redaktion haben die Strom-Limousine für ihren Langstreckenkomfort geschätzt.

24.07.2024

MG Cyberster: Zurück zu den Wurzeln

Elektrische Roadster und Cabrios sind (noch) eine Rarität. Tesla hatte vor Jahren einen, Maserati seit Kurzem auch. Jetzt kehrt auch MG zu seinen Wurzeln zurück und stellt anlässlich seines 100. Geburtstag am Goodwood Festival of Speed den Cyberster vor.

18.07.2024

Alpenglühen im Tesla Model 3 Performance

Schneller, sportlicher, attraktiver: Nach sieben Jahren hat Tesla die Topversion des Model 3 einem Facelift unterzogen. Und obwohl der 460 PS starke Ami weniger PS hat, als sein Vorgänger (513 PS), ist er schneller: Wir haben den US-Stromer ausgiebig auf den höchsten Alpenpässen getestet.

24.06.2024

Maxus lehrt die europäische Konkurrenz das Fürchten

Maxus, eine Marke des chinesischen Automobilkonzerns SAIC, setzt einen neuen E-Transportern auf die Schweizer Strassen. electric WOW hat an den Media Drives teilgenommen und vollelektrischen eDeliver 7 getestet.

21.06.2024

Im Peugeot 508 PSE steckt Hybrid-DNA von Le Mans

Das Knowhow, das Peugeot beim berühmten 24-Stunden-Rennen von Le Mans gewinnt, kommt auch Strassenmodellen wie dem aktuellen Peugeot 508 PSE zu Gute. Wir sind im Sportkombi der Franzosen zum berühmtesten Langstreckenrennen gefahren.

28.05.2024

BMW iX2 xDrive30: SUV-Coupé geht auch elektrisch

Die SUV-Coupé-Familie von BMW erhält Nachwuchs: Der neue X2 ist der kleine Bruder von X6 und X4. Anders als seine Geschwister gibt es ihn auch mit reinem Elektroantrieb. Im Test der xDrive30 mit 313 PS und 440 km theoretischer Reichweite.

23.04.2024

Kia EV9: Der koreanische Koloss

Martialische Optik, gigantische Abmessungen und super Power: Der Kia EV9 ist das unangefochtene Flaggschiff der Marke. electricWOW hat getestet, wie sich der koreanische Elektro-Koloss fährt.

17.04.2024

VW ID.7: Auftakt zum Dauertest

Der neue VW ID.7 ist das Top-Modell der rein elektrischen ID-Familie und der neue Dauertester von aboutFLEET. Sechs Monate wird das Flaggschiff vom Glasdach bis zur Batterie unter die Lupe genommen. 

Diese Website verwendet Cookies, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Durch die weitere Nutzung der Website stimmen Sie dem zu. Um mehr über die von uns verwendeten Cookies zu erfahren, können Sie unsere RICHTLINIEN FÜR DATENSCHUTZ UND VERWENDUNG VON COOKIES aufrufen.

OK