NEWS / 28.08.2026
Elektromobilität: Vier Lade-Personas statt ein typischer E-Auto-Fahrer
Posted by: Fabio Simeon
Lange galt der technikaffine und ökologisch motivierte «Öko-Techie» als typischer E-Auto-Fahrer. Die neue Studie von USCALE zeichnet nun ein differenzierteres Bild. Dafür wurden im Juni 2026 mehr als 1000 BEV-Fahrende in Deutschland zu ihren Einstellungen, Werten und ihrem Ladeverhalten befragt. Das Ergebnis: Der Markt hat sich in vier unterschiedliche Lade-Personas ausdifferenziert.
Neben dem weiterhin relevanten Öko-Techie identifiziert USCALE den pragmatischen Informationssucher, den statusorientierten Komfortkäufer, den entspannten Einsteiger und den kostenbewussten Alltagsfahrer. Die Unterschiede zeigen sich nicht nur bei den Kaufmotiven, sondern auch beim Ladeverhalten und bei den Erwartungen an Anbieter.
Der Öko-Techie verbindet eine hohe Technikaffinität mit ökologischer Motivation und informiert sich intensiv über neue Entwicklungen. Der pragmatische Informationssucher recherchiert ebenfalls ausführlich, steht Markenversprechen jedoch kritischer gegenüber. Anders der statusorientierte Komfortkäufer: Für ihn spielen Marke, Ausstattung und Komfort eine besonders wichtige Rolle. Der entspannte Einsteiger entscheidet eher intuitiv und orientiert sich stärker an Empfehlungen aus seinem Umfeld. Für den kostenbewussten Alltagsfahrer steht dagegen vor allem der Preis im Mittelpunkt.
Für Energieversorger, Ladepunktbetreiber und Fahrzeughersteller ist diese Entwicklung relevant, weil sich Ladehäufigkeit, Infrastrukturbedarf und Preissensibilität je nach Persona deutlich unterscheiden. Während bestimmte Gruppen ein gutes Angebot mit langfristiger Treue honorieren, reagieren andere stärker auf Preisunterschiede oder Empfehlungen und wechseln entsprechend schneller den Anbieter.
Damit wird ein standardisiertes Angebot für alle E-Auto-Fahrenden zunehmend schwieriger. Einige Kundinnen und Kunden wünschen sich individuell abgestimmte Lösungen aus Fahrzeug, Wallbox und Ladevertrag und legen Wert auf eine starke Marke. Andere bevorzugen flexible Angebote oder entscheiden primär nach dem Preis. Auch bei der Kommunikation sind deshalb unterschiedliche Ansätze gefragt.
«Je breiter der Markt wird, desto weniger trägt das Bild des einen typischen E-Auto-Fahrers», sagt Dr. Axel Sprenger, Gründer und Geschäftsführer von USCALE. Für Anbieter bedeute die zunehmende Ausdifferenzierung, Produkte und Kommunikation stärker auf unterschiedliche Zielgruppen auszurichten. Andernfalls bestehe die Gefahr, mit Angeboten und Marketing an Teilen der wachsenden E-Mobilitätskundschaft vorbeizukommunizieren.