NEWS / 02.07.2026
Mehr Neuzulassungen im ersten Halbjahr, aber kein E-Auto-Durchbruch in Sicht
Posted by: Mario Borri
Im ersten Halbjahr 2026 verzeichnete der Markt für Personenwagen in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein ein leichtes Wachstum. Bis Ende Juni wurden 116’584 neue Personenwagen zugelassen, was einem Anstieg von 3 Prozent im Vergleich zum selben Zeitraum des Vorjahres (113'133) entspricht. Im Juni allein stiegen die Neuzulassungen um 15,6 Prozent auf 25'207 Fahrzeuge im Vergleich zum Vorjahr. Dieser signifikante Anstieg im Juni sollte jedoch nicht überbewertet werden, da ein Kalendereffekt eine Rolle spielte: 2026 fielen weniger Feiertage auf Werktage, was zu mehr Verkaufstagen führte.
Positive Entwicklung braucht stabile Rahmenbedingungen
Die Erholung des Automobilmarktes in der Schweiz ist zwar positiv, bleibt jedoch aufgrund der wirtschaftlichen Herausforderungen der Branche fragil. Für die Aufrechterhaltung des positiven Trends sind stabilere und marktorientierte Rahmenbedingungen unerlässlich. Die Schweiz sollte insbesondere bei der Implementierung der CO₂-Regulierung die beschlossenen Erleichterungen Europas schnellstmöglich übernehmen. Ein regulatorischer «Swiss Finish» sollte unterlassen werden, um Kosten- und Wettbewerbsnachteile gegenüber dem europäischen Markt zu vermeiden.
Elektrifizierung setzt Wachstum fort
Die Elektrifizierung des Marktes für Neuwagen hat im ersten Halbjahr 2026 weiter an Fahrt gewonnen. Reinelektrische Fahrzeuge verzeichneten bis Ende Juni einen Anstieg von 20,2 Prozent auf 27’889 Einheiten im Vergleich zum Vorjahr. Noch deutlicher war der Anstieg bei den Plug-in-Hybriden, deren Zulassungen um 24,7 Prozent auf 14’456 Fahrzeuge kletterten. Die sogenannten Steckerfahrzeuge erreichten im Juni erstmals einen Marktanteil von 40 Prozent und kumuliert im ersten Halbjahr 36,3 Prozent (23,9 Prozent BEV und 13,4 Prozent PHEV). Sie nähern sich damit erstmals den Hybridantrieben an, die mit einem Anteil von 36,5 Prozent bisher die volumenstärkste Antriebskategorie darstellen. Konventionelle Antriebe (27,2 Prozent) verlieren weiter an Relevanz.
Obwohl die Bedeutung fossiler Antriebe (27,2 %) weiter abnimmt, bleibt das Wachstum der Elektromobilität hinter den Erwartungen. Thomas Rücker, Direktor bei Auto-Schweiz, meint dazu: «Die breite Palette von über 350 Elektromodellen in allen Preissegmenten scheint die Mehrheit der Neuwagenkäufer noch nicht vollständig zu überzeugen. Die bisherigen Markterfolge haben die Vorurteile offenbar noch nicht ausreichend entkräftet.»
Attraktivere Rahmenbedingungen notwendig
Der Anteil von Steckerfahrzeugen am gesamten Fahrzeugbestand verweilt derzeit noch im einstelligen Prozentbereich. Um den Wechsel zu emissionsarmen Antrieben zu beschleunigen, sind attraktivere Rahmenbedingungen erforderlich. Dazu zählen Steuererleichterungen anstelle von Steuererhöhungen für Elektroantriebe, der Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur, insbesondere in Städten, sowie wirtschaftlich vorteilhafte Bedingungen für das Laden zu Hause und am Arbeitsplatz und niedrige Energiepreise.