NEWS / 06.02.2026
Elektromobilität in Europa wächst rasant – doch das Tempo bleibt regional sehr unterschiedlich
Posted by: Fabio Simeon
Der Wandel hin zur Elektromobilität gewinnt in Europa weiter an Dynamik. Laut einer aktuellen Auswertung von TradingPedia, basierend auf Neuzulassungsdaten der ACEA sowie Verkaufszahlen von CleanTechnica, stiegen die Verkäufe von Elektrofahrzeugen im Jahr 2025 europaweit um rund 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Gleichzeitig zeigt die Analyse jedoch grosse Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern – sowohl bei den absoluten Verkaufszahlen als auch beim Marktanteil elektrifizierter Fahrzeuge.
Besonders weit fortgeschritten ist die Elektrifizierung in den nordischen Ländern. Norwegen nimmt dabei eine Sonderrolle ein: 97,4 Prozent aller neu zugelassenen Fahrzeuge entfielen 2025 auf batterieelektrische Autos und Plug-in-Hybride. Auch Dänemark, Schweden und Island überschreiten die Marke von 60 Prozent deutlich. Demgegenüber bleibt der Anteil elektrifizierter Neuzulassungen in Teilen Osteuropas und Südeuropas sehr niedrig. In Ländern wie Kroatien, Rumänien oder Bulgarien liegt er teils unter sechs Prozent – ein klares Zeichen für ein nach wie vor fragmentiertes europäisches Marktbild.
In absoluten Zahlen führen Deutschland und Grossbritannien den europäischen Markt an. In Deutschland wurden 2025 rund 856’000 Elektrofahrzeuge neu zugelassen, was einem Wachstum von fast 50 Prozent entspricht. Dennoch lag der Marktanteil elektrifizierter Fahrzeuge bei knapp 30 Prozent. Ähnlich zeigt sich die Situation im Vereinigten Königreich, während Frankreich trotz hoher Verkaufszahlen mit einem rückläufigen Plug-in-Hybrid-Segment zu kämpfen hatte. Auffällig ist zudem das starke prozentuale Wachstum in Ländern wie Polen, Litauen und Lettland, auch wenn diese Märkte insgesamt noch ein vergleichsweise niedriges Niveau aufweisen.
Treiber des Wachstums sind weiterhin Plug-in-Hybride und batterieelektrische Fahrzeuge, während die Neuzulassungen von Benzin- und Dieselautos deutlich zurückgingen. Hybride spielen laut Studie vor allem in grossen Märkten eine wichtige Brückenrolle zwischen klassischem Verbrenner und vollelektrischem Antrieb. Die Analyse kommt zum Schluss, dass weniger die Technologie selbst, sondern vielmehr politische Rahmenbedingungen, Förderinstrumente und der Ausbau der Ladeinfrastruktur über das Tempo der Elektrifizierung entscheiden. Ohne klare und stabile Signale drohe Europas Mobilitätswende weiterhin in sehr unterschiedlichem Tempo voranzuschreiten.